Digitale Transformation
28. August 2014

5 glücksfördernde Tipps für Ihr digitales Leben

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Quelle: Lembke/Leipner: Zum Frühstück gibt´s Apps 
Hier kann das Buch bei Amazon und als eBook im Apple-Store bestellt werden.

 

„Ein gutes und sehr witziges Buch über die digitale Welt“ – Ernst-Ulrich von Weizsäcker über „Zum Frühstück gibt´s Apps“.

 

Eine App am Morgen verscheucht Kummer und Sorgen

Was ist aus der guten alten Zeitung zum morgendlichen Kaffee geworden? Nun die gibt’s ja jetzt als App. Auf dem Smartphone oder Tablet ist sie dadurch ja auch viel einfacher zu handeln als dieses umständliche Papiergewirr, das man so schwer umblättern kann.

Da kann man auch mal noch schnell nebenher nach dem aktuellen Wetterstand schauen, damit man weiß was man anziehen muss. Ebenso noch schnell die Mails checken und eventuell noch einen „Guten Morgen Welt“ Post auf Facebook absetzen.

So hat man in den ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen schon das Mindeste der digitalen Pflicht erledigt.Im Bad düdelt dann via Radio App die Musik der Morning Show des geliebten Radiosenders, die sind ja jetzt auch total modern und immer und überall zu hören.

Ist doch alles super, man hat alles auf einem Gerät immer griffbereit, immer erreichbar, immer up to date. Am frühen Abend im Biergarten trifft man sich mit den Kumpels zum Feierabendbierchen. Doch bevor man mit den Freunden anstößt noch schnell ein Foto geschossen und auf Facebook geteilt, damit die restlichen Freunde auch wissen was man gerade macht. Zwischen der Essensbestellung und dem zweiten Bier schaut man noch eben wie viele Likes man dafür bekommen hat, woraufhin mit den Kumpels scherzhaft gestritten wird, wer die meisten bekommen hat. Während der Diskussion ob Cristiano Ronaldo nun die WM spielen wird, googelt man das einfach mal schnell und schon ist die Diskussion auch wieder beendet. Dafür hat man das kleine schmucke Ding doch, oder?

Digitale Ambivalenz Apps gegen Stress

Digitale Ambivalenz: Apps gegen Stress (Zeichnung Carmen Egolf)

 

Im Dschungel der Fachbezeichnungen

Mittlerweile gibt es für diese Verhaltensweisen sogar beinahe Fachwörter: Phubbing, wenn man sich in sozialer Gesellschaft mehr mit dem Handy beschäftigt als mit den Freunden. Nomophobie ist fast schon ein medizinischer Krankheitsbegriff dafür, dass man Angst hat mal nicht erreichbar zu sein. Und dann gibt es ja noch diese Digital Natives und diese Generation Y. Oft kritisiert, aber wohl doch nicht mehr weg zu diskutieren.

Was studieren diese jungen Leute heutzutage, Digitale Medien, Medienwissenschaften, irgendwas mit Medien halt. Sie werden Social Media Manager oder Webdevelopper und verdienen damit auch noch richtig Kohle.

 

Kinder beherrschen das iPad besser als Lego

Das beginnt aber nicht erst in der Uni, selbst in der Grundschule musste die gute alte Tafel dem neuen schicken Smartboard weichen.

Da braucht man dann nicht mal mehr mitschreiben. Referate werden mit Power Point erstellt, in der Cloud geteilt und über Google Hangouts diskutiert. Der Wahnsinn beginnt schon im Kindergarten, wenn den lieben Kleinen das IPad gegeben wird, damit die Erzieherin in Ruhe ihre Kaffeepause genießen kann. Frühkindliche, digitale Erziehung nennt man das dann.

 

Kleinkinder mit Smartphones

Braucht man das? Ist unsere Gesellschaft schon so digitalisiert? Naja, da gibt es ja noch die NSA. Der Abhörskandal führte vermeintlich dazu, dass das Ganze kurz kritisch beäugt wurde und man vielleicht zweimal überlegte was auf Facebook mit wem geteilt wird. Oder man hat halt sein E-Mail Passwort geändert. Manche üben sogar eine stille Revolution via Profilbild mit Edward Snowden. Aber mal schnell reinschauen, was die Freunde so treiben ist schon erlaubt.

 

Das menschliche Gehirn als CPU

Ein weiteres Stichwort, das häufig im Zusammenhang mit der Nutzung der digitalen Medien fällt ist Multitasking. Wer das beherrscht kratzt knapp an der Weltherrschaft.

Weil dann kann man alles, gleichzeitig und arbeitet immens effizient. Weit gefehlt. Multitasking ein Begriff aus der IT-Branche bedeutet, dass die CPU eines Computers Aufgaben sehr, sehr schnell, augenscheinlich parallel, bearbeitet. Nicht anders wie mit der CPU verhält es sich mit dem menschlichen Gehirn. Das kann nämlich eigentlich auch nicht gleichzeitig sondern hintereinander. Hat man da aber Facebook, WhatsApp, die Google Suche und die Mails sind das schon mehr als zwei Dinge, die man gleichzeitig erledigt. Nebenher schreibt man mal noch schnell die Hausarbeit fertig. Man ist ja digital und somit effizient unterwegs. Ein gefährlicher Trugschluss, weil hierdurch das Gehirn überfordert wird. Es ist ja sehr angenehm alles immer bei sich zu haben, mal schnell was nachschauen zu können oder wenn man sich wo mal nicht auskennt das Navi am Smartphone anzuschalten. Außerdem ist eine unangenehme Nachricht ja auch schneller geschrieben als gesagt.

 

Darstellung eines menschlichen Schädels mit CPU-Gehirn

 

The Social Life

So nimmt das soziale Leben immer mehr ab und verlagert sich in die sozialen Netzwerke in denen digitale Freunde mehr Wert sind als die realen und man gibt sich den Annehmlichkeiten des digitalen Lebens hin. Sicher ist es eine Erleichterung und technischer Fortschritt ist gut, schließlich gilt immer noch „Stillstand ist Rückschritt“.

Doch was schadet es das Smartphone auch mal in der Tasche zu lassen, oder gar auszuschalten. Oder statt einer SMS oder Facebook Nachricht einfach mal wieder anzurufen. Der technische Fortschritt und die digitale Welt sind nützlich, angenehm und hilfreich, aber sie sollten im richtigen und verantwortungsvollen Maße genutzt werden. Vor allem wenn es um die Kinder und die Jugend geht darf zwischen Handysucht und Zigarettensucht kein allzu großer Unterschied gemacht werden. Und schließlich spricht nichts dagegen beim familiären Abendessen das Ding auch mal weg zu lassen.

 

Wie Sie mit der Digitalen Ambivalenz umgehen können:

  1. Lernen Sie, abzuschalten, in Momenten, in denen Sie Ruhe brauchen und genießen möchten.
  2. Achten Sie auf Ihre Kinder: Digitales Leben ist nicht immer gleich dem realen Leben.
  3. Vermeiden Sie Phubbing. Wenn Sie mit jemanden Angesicht zu Angesicht sprechen, lassen Sie Ihr Smartphone in der Tasche
  4. Sie haben sich in der Stadt verlaufen? Fragen Sie nicht Ihr Smartphone, sondern einen Passanten, das geht schneller und sozialer Kontakt macht nachweisbar happy.
  5. Vergessen Sie Medienkompetenz für Kinder: Mobile Internetgeräte haben im Kindergarten und der Grundschule nichts zu suchen!

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Über den Autor:

  • Gerald Lembke

    Ich bin Gerald Lembke. Ich bin Autor, Redner, Digital-Wissenschaftler, leidenschaftlicher Vater und seit Kindesbeinen Musiker. Eigentlich arbeite ich als Professor für Medienmanagement. In Wirklichkeit helfe ich täglich jungen bis älteren Menschen, einen intelligenten Umgang mit Digitalen Medien zu finden: Klasse statt Masse für eine erfolgreiche Digitale Transformation. Folgen Sie mir und registrieren Sie sich kostenfrei für meinen Newsletter.

  • Ingo Leipner

    Dipl.-Volksw. Ingo Leipner ist Wirtschaftsjournalist und schreibt über folgenden Themen: Unternehmenskultur, Ökologie/Ökonomie und Erneuerbare Energie. Kritisch begleitet er auch die Digitalisierung der Gesellschaft, die für ihn viele spannende Fragen aufwirft.

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