eLearning
16. März 2015

Digitales Lernen – Verdummen Computer die Kinder?

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Der FOCUS publiziert einen Beitrag über „Digitales Lernen“ auf Anlass meines neuen Buches. Und wie immer haben solche Beiträge Sonne und Schatten. Prima der Einstieg „Ausgerechnet er.“ Die Redakteurin spielt auf meine Leitungsfunktion bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an, im Besonderen am Studiengang Digitale Medien. Als solcher weiss ich einiges über Digitale Medien. Zudem war ich in den letzten 20 Jahren mit diversen e-Learning-Einführungen und -Projekten beschäftigt. Das ich nun gemeinsam mit Ingo Leipner die „Lüge der Digitalen Bildung“ schrieb, war zunächst ein hoch emotionales Projekt, das im Laufe der Monate zu einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema e-Learning  – besonders in der Zielgruppe 3-12 Lebensjahre – an Schulen anwuchs.

 

Die Schattenseite des Beitrages ist die fehlende Differenzierung des schulischen Nichteinsatzes auf das private Umfeld. Die Nutzung digitaler Medien im privaten und familiären Umfeld kann und soll nicht verboten werden. Sie muss aber von einem Elternteil limitiert und begleitet werden bis zum 12 Lebensjahr. Für die Schule hingegen fordern wir tatsächlich die Nichtnutzung von Computern bis zur achten Klasse und fordern mehr digitalfreie Räume an den Grundschulen und ein grundsätzliches Verbot in Kindergärten.

 

Die Entwicklung einer Medienkompetenz setzt nach biologischer Reifung eh erst ab dem ca. 12 Lebensjahr ein. Bis dahin praktizieren die Kinder ihre „Wischkompetenz“, für die man tatsächlich keine Erzieher und Lehrer braucht. Also macht es auch keinen Sinn, Computer dort einzusetzen, wo sie keine positiven Effekte auf die kindliche Entwicklung und deren Lernleistungen liefern. Die Hoffnung, irgendwas würde das Kind beim „Wischen“ schon lernen, werden zerstreut.

 

Der FOCUS hat zu diesem Thema ein Leserforum mit einigen Kommentaren publiziert.

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Über den Autor:

  • Gerald Lembke

    Ich bin Gerald Lembke. Ich bin Autor, Redner, Digital-Wissenschaftler, leidenschaftlicher Vater und seit Kindesbeinen Musiker. Eigentlich arbeite ich als Professor für Medienmanagement. In Wirklichkeit helfe ich täglich jungen bis älteren Menschen, einen intelligenten Umgang mit Digitalen Medien zu finden: Klasse statt Masse für eine erfolgreiche Digitale Transformation. Folgen Sie mir und registrieren Sie sich kostenfrei für meinen Newsletter.

Kommentare(3)

Antworten

Nachdem die „Internetgemeinde“ skeptische Neurowissenschaftler wie Prof. Spitzer abgewatscht hat, freue ich mich, dass die kritische Diskussion der IKT in Schulen weitergeht.
Auf Ihr Buch habe ich in meinem Blog „Basedow1764. Rund um Schulbibliotheken, Schule und Bildungspolitik“ hingewiesen.

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