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21. Oktober 2016

Management 4.0 – Digitale Transformations-Träume

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Digitale Führung oder Management 4.0? Stellen Sie sich vor, Digitalisierung ist da und keiner will sie. Statt dystopische Fiktion ist dies die Realität in jedem zweiten Unternehmen. Denn die Hälfte der Arbeitnehmer verschließt die Augen vor einer zunehmend digitalen Arbeitswelt. Fokus in diesem Beitrag: Nur sieben Prozent der Führungskräfte sind in der Lage, ihre Mitarbeiter in diese neue Welt zu (über-)führen. Ein Blick hinter den Vorhang der „Digitalen Revolution“ einer Nicht-Digitalen-Wirtschaft. 

Warum digitale Transformation nicht funktioniert

Es herrscht ein Wettlauf, in dem jeder der Erste sein will. Jeder will den nächsten großen Wurf, das „next big thing“ für sich finden. Was bietet sich in diesen Zeiten besser an, als nach dem nächsten großen digitalen Wurf zu suchen? Doch Mitarbeitern fehlt es an der Einstellung – neudeutsch am „digitalen Mindset“. Aber das sind nicht die einzigen Barrieren in einer „digitalen Transformation“.

 

Hinzu kommt ein neues Zauberwort digitaler Innovationskultur: „Digital Leadership“. Ein Wertewandel, ein Wandel der geistigen und intellektuellen Einstellungen zur Digitalität vor allem bei den Führungskräften. Die Realität zeigt ein anderes Bild. Es geht vor allem um die Nutzung von Softwaretools und die Bedienkompetenz von hocheffizienten digitalen Prozessen entlang der Wertschöpfungskette im Unternehmen.

 

Die falschen Tools für die falschen Ziele

Das Verständnis ist ubiquitär: Mitarbeiter verstehen unter Digitalisierung den Arbeitsplatz-Rechner und das eigene Smartphone, die Digitalisierung ihrer Kommunikation. Das Management versteht bisher unter Digitalisierung hingegen Optimierung der Prozesse und Strukturen im Unternehmen. Während die einen daddeln und wischen, reduzieren die anderen die Kosten der Wertschöpfung. In der Mitte die Führungskraft, und welches Verständnis haben sie?  

 

Kein Wunder, dass das entgegen gesetzte Verständnis von Digitalisierung in Unternehmen in so unterschiedliche Richtungen pendelt, von einem einheitlichen Verständnis ganz zu schweigen. Es geht doch beim Thema Digital Leadership viel mehr um die soziale als um die technische Bedienkompetenz fertiger IT-Systeme.

 

Unternehmen sind in der Vergangenheit von digitalen IT-Systemen á la SAP und vielen weiteren überrannt worden. Sie sind froh, dass sie diesen Sturm überstanden haben. Doch steht nun ein nächster Sturm an: Die Entwicklung eines „Digital-Mindsets“ basierend auf Transparenz, Agilität, Vertrauen und Offenheit für innovative Entwicklungen.

 

Doch die Tools dazu sind gänzlich andere als die bei IT-Einführungen. Sie nennen sich „Design Thinking“, „Barcamps“ oder „Open Spaces“. Der gemeinsame Nenner dieser Vorgehensweisen sind offene, und vernetzte Zusammenarbeit. Doch diese bleibt auch im digitalen Zeitalter SOZIAL und wird nicht DIGITAL.

 

Wer wischen kann, kann noch nicht führen

Zurück auf die Suche nach der oben gestellten Frage. Wie stehen Führungskräfte dazu? Technische Tools können sozialorientierte Führungsarbeit nicht ersetzen. „Schade“, denken sich viele Führungskräfte, denn in der Führung von Menschen ist der Einsatz von IT kein Produktivitätsbringer und führt schon gar nicht zu höherer Effizienz.

 

Der „menschliche“ Faktor bleibt also auch in digitalen Zeiten wichtiges Kriterium für die digitale Transformation in Unternehmen. Dazu bekannten sich in einer gemeinsamen Studie von Sopra Steria Consulting und der Universität Hamburg 95 Prozent der befragten Entscheider. Es besteht eine Qualifikationslücke zwischen digitalen Treibern und digitalen Anwendern. Wer auf seinem Smartphone hin und her wischen kann, kann eben noch keine Mitarbeiter kommunikativ und wertschätzend führen.

 

Die Autoren der Studie schlagen vor, diese Lücke zu schließen, in dem junge Digital Natives angeworben werden, die aufgrund ihrer Sozialisation im Internetzeitalter von vornherein über die erforderlichen Digital Skills verfügen. Da die Digital Natives ausgeprägte Wischkompetenz besitzen aber nur die wenigsten von ihnen Ahnung von Digitalisierung von Prozessen in Unternehmen oder die Entwicklung innovativer Geschäftsideen haben, beschreibe ich ausführlich hier. Wer dennoch glaubt, Führungsarbeit bei Digital Natives unterlassen zu können, dem empfehle ich diesen Artikel.

 

Allesamt stehen Sie aber vor demselben Problem: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die Guten stehen nicht am Straßenrand und werben auch nicht mit ihrem XING-Profil. Es bleibt dann personalpolitisch nur die Eigenentwicklung. Die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten bei vorhandenen Mitarbeitern zu entwickeln.

 

Wie die Chancen von Fortbildungen einzuschätzen sind, zeige ich in einem folgenden Beitrag.

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Über den Autor:

  • Gerald Lembke

    Ich bin Gerald Lembke. Ich bin Autor, Redner, Digital-Wissenschaftler, leidenschaftlicher Vater und seit Kindesbeinen Musiker. Eigentlich arbeite ich als Professor für Medienmanagement. In Wirklichkeit helfe ich täglich jungen bis älteren Menschen, einen intelligenten Umgang mit Digitalen Medien zu finden: Klasse statt Masse für eine erfolgreiche Digitale Transformation. Folgen Sie mir und registrieren Sie sich kostenfrei für meinen Newsletter.

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