Fleiss Talent Management Erfolg – Wie mache ich Karriere?
Was ist entscheidender für Erfolg: angeborenes Talent oder harte Arbeit? Diese Frage beschäftigt nicht nur Wissenschaftler:innen, sondern auch jede:n Einzelne von uns. Gerade in einer Zeit, in der wir nach schnellen Lösungen und sofortigen Erfolgen streben, ist es wichtig, noch einmal innezuhalten und zu schauen, was wirklich zählt.
Ein aufschlussreiches Beispiel dafür liefert der Ungar László Polgár. In den 1970er-Jahren wollte er beweisen, dass Genies nicht geboren, sondern gemacht werden. Also zog er seine drei Töchter zu Hause selbst aus – mit dem Fokus auf Mathematik, Sprachen und vor allem: Schach. Keine seiner Töchter hatte zuvor Schach gespielt, Polgár selbst war nur Laie. Doch er war überzeugt: Mit dem richtigen Training und genug Übung kann jeder Großes erreichen.
Fleiß hat keinen guten Ruf – völlig zu Unrecht
Fleiß gilt oft als uncool, als „bieder“ oder „bemüht“. Wir bewunderen die, die scheinbar ohne Anstrengung brillieren. Doch genau diese Einstellung kann gefährlich sein. Sie entmutigt diejenigen, die sich anstrengen müssen, und überhöht die, die scheinbar „alles können“. Dabei zeigen Studien immer deutlicher: Anstrengung ist mindestens so wichtig wie Talent.
Die Sozialpsychologin Christina Bauer appelliert sogar, wir sollten künftig nicht nur den Begabten, sondern vor allem den Fleißigen applaudieren. Denn das macht unsere Gesellschaft durchlässiger. Erstakademiker, so ihre Erkenntnisse, scheitern oft nicht am Talent, sondern daran, dass sie sich selbst nicht zutrauen, wenn es mal schwierig wird.
Die 10.000-Stunden-Regel – ein Mythos?
Die berühmte These, dass man 10.000 Stunden Übung braucht, um weltklasse zu werden, stammt ursprünglich aus einer Studie des Psychologen Anders Ericsson. Doch auch diese These wurde inzwischen relativiert. Klar ist: Talent allein reicht nicht. Aber Übung allein macht auch noch keinen Meister.
Vielmehr kommt es auf eine Mischung an: Talent + Fleiß + die richtige Unterstützung + eine positive Einstellung. Wer glaubt, dass sich Fähigkeiten entwickeln lassen („Growth Mindset“), erreicht mehr – und gibt seltener auf.
Was wir von den Polgár-Schwestern lernen können
Die drei Töchter von László Polgár wurden zu Spitzenschachspielerinnen – nicht, weil sie mit einem Schachgen auf die Welt kamen, sondern weil sie tagtäglich trainierten, lernten und daran wuchsen. Besonders spannend: Der Vater lobte oder kritisierte nicht einfach das Ergebnis, sondern besprach mit ihnen den Lernprozess. Genau das fördert nachweislich die Motivation und den langfristigen Erfolg.
Fazit: Fleiß ist keine Ersatzlösung – er ist der Weg
Fleiß ist kein Mangel an Talent, sondern eine Entscheidung. Eine Entscheidung dafür, dranzubleiben, zu lernen, sich weiterzuentwickeln. Natürlich gibt es Begabungen – doch sie sind selten der alleinige Schlüssel zu großen Leistungen. Viel entscheidender ist, ob wir bereit sind, uns einzulassen, zu scheitern, wieder aufzustehen – und dranzubleiben.
Also: Probier dich aus. Such deine Stärken. Und lass dich nicht entmutigen, wenn’s mal schwer wird. Vielleicht steckt in dir mehr, als du je gedacht hast – du musst es nur entdecken. Und dafür braucht es nicht unbedingt Talent. Aber ein bisschen Fleiß auf jeden Fall.

