Digitale Kommunikation Keynote Vortrag Workshop
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Digitale Kommunikation in Gesellschaft und Wirtschaft

Worum geht’s? Digitale Kommunikation!

In diesem Beitrag finden Sie einen Denkrahmen mit Tipps für eine wertschätzende und gelungene digitale Kommunikation in sozialen Netzwerken. Dazu ist es wichtig, das eigene Bewusstsein für die zwischenmenschliche Kommunikation zu sensibilisieren, den richtigen Ton zu finden, sich seiner Botschaft bewusst zu werden und schliesslich ein paar Prinzipien für die gelingende digitale Kommunikation zu üben.

Das ist für die zwischenmenschliche Kommunikation nicht nur gesellschaftlich wichtig.  Es ist auch für Unternehmen und wirtschaftliches Handeln wichtig, um wertschätzende Botschaften gestalten und bilaterale Kommunikation in den digitalen Kanälen entwicklen zu können.

 

1. Warum ist digitale Kommunikation aktuell so ein großes Thema?

Die digitale Kommunikation hat unser Leben verändert. Das spüren wir besonders bei unseren Kindern, die wir zum Teil unkontrolliert und viel zu früh in die digitalen Kommunikationswelten abtauchen lassen. Selbst Erwachsene können ohne WhatsApp, Threema und anderen Messenger-Systemen nicht mehr leben. Der schnelle und direkte Austausch von Informationen und Emotionen mit Hilfe von Bildern und Videos ist längst zum Alltag unserer Wahrnehmung geworden. Wohl niemand, der sich daran gewöhnt hat, möchte es missen. Und selbst die digitalen Verweigerer werden der Macht der digitalen Kommunikation unterliegen,  wenn Sie ihre Zeitung früher oder später ausschliesslich online werden lesen können.

Es geht heute also nicht darum, ob wir digital kommunizieren wollen oder nicht. Es geht um die Herausforderung, seine digitale Kommunikation aktiv, bewusster, wertschätzender und fokussierter zu gestalten, damit die Schattenseiten der digitalen Kommunikation nicht noch dunkler werden (Crash-Talks, Social-Mobbing, Verunglimpfung,  Beleidigungen, …) und immer mehr Menschen sich zum Vorbild für den Informationsaustausch über digitale Kanäle entwickeln können.

Es geht darum, eine digitale Kommunikationskompetenz aufzubauen. Sie kann die Qualität der diffusen Informations- und Botschafterflut erhöhen. Der unvermeidliche »digitale Umgang« miteinander kann qualitativ auf eine höhere Ebene entwickelt werden. Das Konfliktpotential in sozialen Netzwerken könnte verringert werden. Der Austausch auf wertschätzender Grundlage macht bereitet  zudem mehr Freude. Das sind nur einige Gründe, warum es sich lohnt, an der Qualität der eigenen digitalen Kommunikation zu arbeiten – sei es als private Einzelperson oder als Unternehmensorganisation.

Lassen Sie uns starten: Es beginnt mit dem Bewusstsein und einer immer wieder zitierten Grundlage von Schulz von Thun, der Vier-Seiten-Nachricht…, einem einfachen Konzept zur Erklärung Qualifizierung von Missverständnissen und Kommunikation.

 

2. Bewusstsein über zwischenmenschliche Kommunikation sensibilisieren

Der Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat ein Kommunikationsmodell entwickelt, das sich bei Konflikten und Missverständnissen besonders leicht anwenden lässt. Nach ihm hat jede Nachricht vier Seiten: Sachinhalt, Selbstkundgabe, Appell und Beziehungshinweis. Am schnellsten werden die einzelnen Seiten und Zusammenhänge mit einem Beispiel in diesem Video erklärt.

 

3.  Wie formuliere ich richtig meine (Kern-)Botschaft?

Die größte Herausforderung in der Kommunikationsgestaltung für Unternehmen ist die genaue Formulierung der Kernbotschaft(en). Das betrifft in der Praxis zum Beispiel Werbebotschaften, Positionierung einer Marke oder die Konkretisierung von Kommunikationszielen.

Hilfestellungen für die Formulierung liefern die Autoren Masciadri und Zupancic mit ihrem Markenrad. Hier werden vier wichtige Fragen gestellt, die eine Struktur zur Findung von Botschaftsantworten geben:

  1. Wer bin ich?
  2. Wie bin ich?
  3. Wie trete ich auf?
  4. Was biete ich an?
Markenrad von Masciadri Zupancic. Quelle: Business-Wissen.de
Markenrad von Masciadri Zupancic. Quelle: Business-Wissen.de

Damit definieren Sie genau, was Sie oder was Ihre Organisation einzigartig macht.  Aus den Antworten sind anschliessend der Markenkern/Kernkompetenzen, Nutzen und Vorteile (u. a. der USP), der  Ton und Bilder und Geschichten in einem kreativen Prozess abzuleiten. Es ist also wichtig, zunächst die RICHTIGEN Fragen zu stellen und nicht übereilt emotional empfundene und zeitlich beschränkte Botschaften in die Welt zu drücken.

Im diesem Video diskutieren Ben Schulz und ich, worauf es bei der Markenbildung richtig ankommt.

 

4. Den richtigen Ton finden

Den richtigen Ton zu finden, ist nicht einfach. Ein Beispiel aus eigener Arbeit in den sozialen Netzwerken: Nachdem ich mit einem meiner Videos in meinem LinkedIn-Profil unterwegs war, bekam ich aus meinem Netzwerk das Feedback: »Du solltest mal deine Corporate-Tonality in deinen Videos überdenken«. Trotz gezielter Nachfragen bekam der Dialog keine Tiefe mehr. Also stellte ich mir die Frage: Was ist denn eigentlich der richtige Ton oder neu-deutsch die richtige Corporate-Tonality?

Die Antwort wird bestimmt durch das WIE Sie die Inhalte aus dem obigen Abschnitt 3 sagen, welche Worte sie wählen, wie Sie Ihre Zielgruppe ansprechen. Muss es z. B. per Sie sein oder duzen Sie Ihre Zielgruppe lieber? Hier gibt es grundsätzlich kein richtig oder falsch. Wer etwas anderes behauptet, ist gefangen von gesellschaftlichen Normen und Werte, die sich jedoch gerade in den letzten Jahren stark verändert haben. Was vor zehn Jahren »verboten« war (z. B. Geschäftsleute duzen), ist heute längst keine Ausnahme mehr.

Während Sie mit dem Markensteuerrad also fragen: »Warum tun wir, was wir tun?« und »Über was wollen wir sprechen?«, stellen Sie in der Tonality die Frage:  »Wie sagen wir es?« Ein konkretes Beispiel können Sie hier für einen Fondsanbieter entdecken.

Doch die Frage nach dem »guten Ton« ist nicht nur eine Frage, die aus Struktur, Logik und eines rationalen Denkprozesses resultiert. Dazu gehört noch mehr, nämlich die individuelle (bei Personenmarken) oder kollektive (bei Produkt- und Unternehmensmarken) Haltung gegenüber den Kommunikationsempfängern. Das sind in aller Regel Menschen. Die Haltung gegen meiner Zielgruppe determiniert häufig unterschwellig aber oft dominant die Wahrnehmung beim Kommunikationsempfänger. Oder einfacher gesagt: Wie ich über Menschen denke, was mein Menschenbild ausmacht, bestimmt wie ich kommuniziere! Ein einfaches Beispiel: Trage ich die Haltung über meine Zielgruppe, dass die alle nur billige Klickmonster für meinen Content in den sozialen Netzwerken sind, dann wird mein Ton in der digitalen Kommunikation auch genau so sein und wahrgenommen werden. Das Ergebnis wird sein: irgendwann klickt niemand mehr auf den Content.

Daher erfahren Sie im letzten Abschnitt ausgewählte und wichtige Prinzipien einer wertschätzenden weil achtsamen Kommunikation.

 

5. Prinzipien der achtsamen digitalen Kommunikation

Für die Gestaltung einer effektiven und wertschätzenden Kommunikation in sozialen Netzwerken helfen Prinzipien und Tipps zur achtsamen Kommunikation. Eingeübt tragen sie dazu bei, sowohl den Content als auch die Tonality der Kommunikation nachhaltig zu prägen.

1. Zeige Anerkennung

Zeit ist eine unglaublich wertvolle Ressource für die Menschen. Daher ist es wichtig, mit der Zeit Deiner Nutzer respektvoll umzugehen. Leiste ehrliche aus dem tiefsten Herzen for formulierte Anerkennung und zolle ein Lob, genau Deinen Account gefunden zu haben und sich mit Deinen Inhalten zu beschäftigen. Beides sind hervorragende Werkzeuge, um auch im Virtuellen eine (gute) Beziehung aufzubauen.

2. Bleibe Positiv

Eine positive Grundeinstellung ist die Grundlage einer guten und produktiven Kommunikation. Menschen wischen weiter zugnächsten Account, wenn sie sich attackiert oder kritisiert fühlen.  Sie spüren auch eine negative Grundhaltung des Senders. Es erfordert Übung an der eigenen Persönlichkeit und Haltung, stets ermutigend und liebenswürdig zu bleiben, selbst wenn es mal Kritik hageln sollte.

3. Achte auf deinen Ton

Damit dein Standpunkt besser verstanden wird, ist es manchmal notwendig, sehr bestimmt aufzutreten. Aber Achtung: Die Grenze zwischen Bestimmtheit und Aggression ist verschwommen. Achte darauf, diese Grenze nicht zu überschreiten,  indem du selbstsicher und direkt auftrittst und zugleich einen ruhigen und kooperativen Ton pflegst.v

4. Bitte um Feedback

Missverständnisse in der Kommunikation sind normal  und nicht die Ausnahme. Frage nach und bitte um Feedback auf Deine Posts. Das stellt nicht nur sicher, dass deine Botschaften so ankommen wie geplant. Zudem erhält die andere Person das Gefühl, gehört und verstanden zu sein.

5. Respekt

Produktive Kommunikation beinhaltet Respekt, Rücksichtnahme, Achtsamkeit und Klarheit. Es ist möglich, sowohl direkt als auch freundlich zu sein und damit die Botschaft zu kommunizieren, die sich alle Beteiligten wünschen. Ein Gegenbeispiel ist die medienwirksame Kommunikation in TalkShows wie dieser hier mit Manfred Spitzer. Watch it and learn from the respectless communication in this talk!

 

Last but not least: Lesenswerte Bücher zu »Digitale Kommunikation«

 

 

 

 

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